Start | Kontakt | Häuser   Englisch  
 


© Luc Viatour/www.Lucnix.be; FH Bielefeld


Im Laufe seines Lebens füllte Leonardo da Vinci tausende Seiten mit Illustrationen zu  verschiedenen Themen wie Biologie, Anatomie, Technik, Waffentechnik, Wasserwirtschaft
und Architektur in seinen diversen Skizzenbüchern.

Jahrzehntelang skizzierte er beispielsweise Fluggeräte, die den heutigen Hubschraubern verblüffend ähnlich sind. Zwischen 1480 und 1490 entwarf er die Luftschraube. Diese sollte von vier Männern über einen drehbaren Mechanismus angetrieben werden, der die mit Stoff bespannte Schraube dann in Drehung versetzt. Leonardo nahm an, dass sich bei ausreichender Drehgeschwindigkeit die Konstruktion in die Luft ›schrauben‹ würde. Jedoch ist es nicht möglich allein durch menschliche Muskelkraft die benötigte Geschwindigkeit zu erreichen. Diese Luftschraube hätte nie fliegen können. Dennoch besticht auch hier wieder die Idee, die der Zeit Leonardos um Jahrhunderte voraus ist. Heute gilt sie als Vorläufer des modernen Hubschraubers.

Ab 17. September 2016 zeigen wir 

"Leonardo da Vinci - Bewegende Erfindungen"

Leonardo da Vinci (1452 – 1519) fasziniert bis heute und seine Leistungen auf vielen Gebieten sind überaus beeindruckend. Als eines der wenigen Universalgenies ist sein Ideenreichtum als Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Philosoph, Mathematiker, Astronom, Anatom und Architekt kaum zu übertreffen. Im Laufe seines Lebens skizzierte er mehrere hundert technische Entwürfe, die als Grundlage für die Ausstellung „Leonardo da Vinci – Bewegende Erfindungen“ dienen.

Im Studiengang Produktentwicklung an der Fachhochschule Bielefeld entstanden aus diesen Skizzen unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Horst Langer dreidimensionale Modelle aus Holz und Metall. Diese sind in der Ausstellung nicht nur zu sehen, sie können von den Besuchern auch in Bewegung gesetzt werden. Egal ob es sich dabei um ein  Schneckenradgetriebe, Drehkran oder Baumstammbohrer handelt, durch Anfassen und Bewegen können die technischen Neuerungen und deren Funktionen nachvollzogen und aus allen Blickwinkeln betrachtet werden. Jedes Modell wird zudem von der entsprechenden Zeichnung aus Leonardos Skizzenbüchern begleitet, sodass Idee und Umsetzung direkt verglichen werden können. Wasser kann mit der „Archimedischen Schraube“ durch Rotation in die Höhe transportiert und ein Steinbrocken fast mühelos mit dem Schwerlastheber bewegt werden.

Leonardo setzte sich immer wieder mit geometrischen und mathematischen, seit der Antike bekannten Problemen auseinander. Neben astronomischen Berechnungen und der  Beschäftigung mit menschlichen Proportionen war ihm die Mechanik besonders wichtig.
Nicht nur in der Technik, sondern auch in der Malerei und Architektur bezog er mechanische Prinzipien mit ein. Sofern Leonardo ein Objekt nicht sofort realisieren konnte, stellte er bis zur Lösung seines Problems umfangreiche Versuchsreihen auf.